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Staub und Schmutz im bewohnten Umbau: Wirksame Schutzmaßnahmen für Renovierungen


Staub und Schmutz im bewohnten Umbau: Wirksame Schutzmaßnahmen für Renovierungen
Jan, 8 2026

Wenn du in deiner Wohnung renovierst, während du weiterhin dort lebst, dann weißt du: Staub ist der schlimmste Mitbewohner. Er klebt auf deinen Möbeln, sammelt sich in deinen Kissen, dringt in deine Lebensmittelverpackungen ein - und das, obwohl du nur die Küche oder das Bad umgestaltest. Kein Wunder, dass viele Hausbesitzer nach der Renovierung nicht nur müde, sondern auch krank sind. Atemwegsreizungen, allergische Reaktionen, Hautausschläge - das sind keine seltenen Nebenwirkungen, sondern die direkte Folge unzureichenden Staubschutzes. Seit 2019 ist das nicht mehr nur ärgerlich, sondern rechtlich relevant. Die TRGS 521 legt klare Grenzwerte für mineralischen Baustaub fest: maximal 1,25 mg pro Kubikmeter Luft. Wer das ignoriert, riskiert nicht nur die Gesundheit seiner Familie, sondern auch Bußgelder bis zu 25.000 Euro.

Warum reicht ein einfacher Staubsauger nicht aus?

Viele Handwerker denken: "Ich sauge einfach ab, während ich bohre." Das klingt logisch - aber es funktioniert nicht. Standard-Baustaubsauger haben meist HEPA 10-Filter. Die fangen nur Partikel ab, die größer als 1 Mikrometer sind. Doch der gefährliche Staub, der tief in die Lunge eindringt, ist viel feiner: 0,3 Mikrometer und kleiner. Das sind winzige Teilchen, die du nicht mal siehst, aber die deine Lunge schädigen. Ein professioneller Bauluftreiniger mit HEPA 13-Filter hingegen entfernt 99,95 % aller Partikel bis zu dieser Größe. Das ist kein Unterschied von 10 % - das ist der Unterschied zwischen gesund und krank.

Und selbst wenn du einen guten Staubsauger hast: Er saugt nur, wo du ihn hinstellst. Der Staub, der beim Bohren oder Schleifen entsteht, wird durch die Luft verteilt - durch offene Türen, durch Ritzen, durch die Klimaanlage. Ein Staubsauger kann das nicht aufhalten. Er reagiert, aber er verhindert nicht. Das ist wie mit einem Eimer Wasser einen Brand löschen, während die Feuerwehr noch nicht da ist.

Die vier Säulen des professionellen Staubschutzes

Ein wirkungsvoller Schutz besteht nicht aus einer einzigen Maßnahme, sondern aus einem System. Vier Elemente arbeiten zusammen - und ohne eines funktioniert das Ganze nicht.

  1. Schmutzschleusen: Das ist der erste Halt. Eine einfache Matte vor der Tür reicht nicht. Eine echte Schmutzschleuse besteht aus zwei Türen oder zwei Abschnitten mit einer Zwischenzone. Du betrittst den Bereich, ziehst deine Straßenschuhe aus, wechselst in Arbeitskleidung, und erst dann gehst du weiter. Das hält groben Schmutz, Erde und größere Partikel draußen. Wer das weglässt, beginnt mit einem verschmutzten Raum - und das macht alles andere schwerer.
  2. Staubschutztüren und -wände: Diese werden aus stabiler PVC-Folie montiert und mit Teleskopsystemen an Türrahmen oder Decken befestigt - ohne Bohren, ohne Beschädigen. Sie verschließen den Arbeitsbereich komplett. Ein typisches System schützt Türrahmen bis 100 x 210 cm. Wichtig: Die Folie muss luftdicht sein. Und sie muss mit einer speziellen Durchführung versehen sein, durch die der Absaugschlauch des Luftreinigers geht. 58 % der Betriebe nutzen keine solchen Durchführungen - und deshalb dringt Staub nach außen.
  3. Unterdrucksystem mit HEPA 13-Luftreiniger: Das Herzstück. Der Luftreiniger steht nicht im Arbeitsraum, sondern außerhalb. Er saugt die verunreinigte Luft durch einen Schlauch aus dem Raum ab, reinigt sie und leitet die saubere Luft zurück. Die Ansaugöffnung darf nicht weiter als 6 Meter vom weitesten Punkt des Raums entfernt sein. Für einen 50 m² großen Raum brauchst du mindestens einen Volumenstrom von 625 m³/h - das entspricht fünf Luftwechseln pro Stunde. Ohne diese Leistung bleibt der Staub in der Luft. Geräte wie der Kärcher MC 3000 Connect oder das Roomclean-Duo-System sind auf diesen Bedarf ausgelegt.
  4. Abdeckvlies: Bodenbeläge, Möbel, Fensterbänke - alles muss abgedeckt werden. Kein gewöhnliches Plane, sondern spezielles Vlies mit 170-200 g/m². Es hält nicht nur Staub ab, sondern auch Flüssigkeiten bis zu 72 Stunden. Das ist wichtig, wenn du Leim, Farbe oder Wasser benutzt. Und es ist reißfest. Ein billiges Plastikblatt reißt beim ersten Schritt, und dann ist der Staub wieder da.

Wenn du diese vier Schritte befolgst, reduzierst du die Staubverbreitung um bis zu 92 % im Vergleich zu ungeschützten Arbeiten. Das ist kein Marketing-Gesöff - das ist ein Testergebnis vom Bauhandwerks-Magazin aus 2021.

Echter Luftreiniger mit Anzeige, die die Luftqualität von hochverschmutzt auf sicher senkt, während Staub im abgetrennten Raum gefangen bleibt.

Wie viel kostet das?

Du denkst: "Das ist viel zu teuer." Aber wie viel kostet es, wenn dein Kind nach der Renovierung asthmatische Anfälle bekommt? Oder wenn du eine Reklamation wegen verschmutzter Möbel bekommst? Die Kosten für professionellen Staubschutz liegen bei 3-5 % der Gesamtreparaturkosten. Bei einer 50 m²-Wohnung mit 15.000 Euro Sanierungskosten sind das 450 bis 750 Euro. Ein Bauluftreiniger mit HEPA 13 kostet zwischen 1.200 und 2.500 Euro - aber das ist ein Investment, das du mehrfach nutzen kannst. Viele Handwerker mieten die Geräte, weil sie nicht jedes Mal neu kaufen wollen.

Im Vergleich: Ein billiger Staubsauger für 150 Euro bringt dir nichts. Ein einfaches Abkleben mit Klebeband kostet 50 Euro - und funktioniert nicht. Die echte Frage ist nicht: "Wie viel kostet der Schutz?" Sondern: "Wie viel kostet es, wenn du ihn nicht machst?"

Was passiert, wenn du es falsch machst?

Ein Installateur aus Berlin berichtete auf Trustpilot, dass er den Luftreiniger versehentlich im Arbeitsraum aufgestellt hatte. Ergebnis: Die Staubbelastung stieg um 30 % - weil der Ventilator den Staub nur umherwirbelte, statt ihn abzusaugen. Das ist kein Einzelfall. 41 % der Handwerker verstehen nicht, wie man die Luftwechselrate berechnet. Und 63 % der Betriebe setzen nicht konsequent HEPA 13-Luftreiniger ein, obwohl das gesetzlich vorgeschrieben ist.

Ein weiterer häufiger Fehler: Die Staubschutztür wird nicht luftdicht verschlossen. Oder der Schlauch wird einfach durch die Folie gezogen, ohne spezielle Durchführung. Dann dringt Staub durch die Ritzen. Die Folge: Kunden klagen. Und zwar nicht nur über Dreck - sondern über Gesundheitsrisiken. Eine Studie von Team-Direkt.de mit 1.200 Projekten zeigte: Kunden, die professionellen Staubschutz nutzen, reichen 87 % weniger Reklamationen ein.

Vier Säulen des Staubschutzes: Schmutzschleuse, Folienwand, Luftreiniger und Abdeckvlies – symbolisch dargestellt als zusammenhängendes System.

Was kommt als Nächstes?

Die Technik entwickelt sich weiter. Seit 2023 gibt es intelligente Luftreiniger wie den Kärcher MC 3000 Connect, der per App überwacht werden kann. Er misst automatisch die Luftqualität und passt die Leistung an. Noch innovativer ist das Roomclean-Duo-System: Eine Schwingtür mit integriertem Wasserbad filtert den Staub mit 98 % Effizienz - und das ohne Filterwechsel.

Langfristig wird sich die Branche auf staubarme Techniken verlagern: Nassschleifen statt trocken, staubarme Bohrverfahren, Werkzeuge mit integrierter Absaugung. Experten prognostizieren, dass bis 2030 60 % aller Renovierungen in bewohnten Räumen nahezu staubfrei ablaufen werden - wenn die Innovationsrate anhält.

Die EU plant für 2025 strengere Grenzwerte. Die TRGS 521 wird überarbeitet - und wird die Mindestanforderungen an Luftreiniger noch genauer festlegen. Wer jetzt nicht umstellt, wird später nicht nur hinterherhinken - er wird rechtlich gefährdet sein.

Was solltest du tun?

Wenn du renovierst und weiterhin in deiner Wohnung lebst, dann:

  • Frage deinen Handwerker, welche Schutzmaßnahmen er einsetzt - und verlange den Einsatz von HEPA 13-Luftreinigern und Unterdrucksystemen.
  • Verlange eine schriftliche Dokumentation: Welche Geräte wurden verwendet? Wie oft wurde die Luftqualität gemessen? Wer hat die Messungen durchgeführt?
  • Wenn er keine professionellen Systeme nutzt, wechsle den Handwerker. Es ist deine Gesundheit.
  • Wenn du selbst handwerklich tätig bist: Hol dir eine Schulung. Die Handwerkskammer München bietet zertifizierte Kurse an - 8 Stunden, 295 Euro, 92 % Zufriedenheitsrate. Das ist die Investition, die dich als Profi auszeichnet.

Staub ist kein unvermeidbarer Nebeneffekt einer Renovierung. Er ist eine Versäumnis. Und wer ihn akzeptiert, akzeptiert auch die Risiken - für sich, für seine Familie, für seine Kunden. Die Technik ist da. Die Regeln sind klar. Es geht nicht mehr darum, ob du es kannst. Es geht darum, ob du es tust.

Warum ist HEPA 13 besser als HEPA 10 bei Baustaub?

HEPA 13-Filter fangen 99,95 % aller Partikel bis zu einer Größe von 0,3 Mikrometern ab. HEPA 10-Filter hingegen filtern nur Partikel ab 1 Mikrometer. Der gefährlichste Baustaub - der in die Lunge eindringt und Atemwegserkrankungen verursacht - ist viel feiner. Nur HEPA 13 schützt effektiv vor diesen Partikeln. Das ist kein kleiner Unterschied - das ist der Unterschied zwischen gesund und krank.

Kann ich den Luftreiniger einfach im Arbeitsraum aufstellen?

Nein. Wenn der Luftreiniger im Arbeitsraum steht, saugt er die verunreinigte Luft ein, reinigt sie und gibt sie wieder ab - aber er verteilt den Staub dabei im Raum. Das führt zu einer höheren Belastung. Richtig ist: Der Luftreiniger muss außerhalb des Arbeitsraums stehen. Die verunreinigte Luft wird durch einen Schlauch abgesaugt, gereinigt und sauber zurückgeführt. Nur so entsteht ein Unterdruck, der den Staub im Raum hält.

Wie viel kostet ein professioneller Staubschutz bei einer 50 m²-Wohnung?

Bei einer Sanierung mit 15.000 Euro Gesamtkosten liegen die Zusatzkosten für professionellen Staubschutz zwischen 450 und 750 Euro - das sind 3-5 %. Dazu gehören Staubschutztüren, Abdeckvlies, ein HEPA 13-Luftreiniger (mieten oder kaufen) und die korrekte Installation. Das ist kein Luxus - das ist der Standard, der seit 2019 gesetzlich gefordert ist.

Welche Handwerker setzen den Staubschutz nicht ein?

Vor allem kleine Betriebe und Solo-Selbstständige verzichten oft aus Kostengründen oder mangelndem Wissen auf professionellen Staubschutz. Laut Umfragen der Handwerkskammer Köln-Bonn setzen 63 % der Betriebe nicht konsequent HEPA 13-Luftreiniger ein. Auch 52 % der Handwerker setzen die Vorschriften nicht vollständig um - aus Unwissenheit oder Zeitdruck. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nach zertifizierten Betrieben suchen.

Muss ich als Mieter den Staubschutz verlangen?

Ja. Als Mieter hast du ein Recht auf einen gesunden Wohnraum. Wenn der Vermieter oder der beauftragte Handwerker keine wirksamen Schutzmaßnahmen einsetzt, kannst du dich beschweren - und im Falle von Gesundheitsschäden sogar Schadensersatz verlangen. Die TRGS 521 gilt auch für Mietwohnungen. Du hast das Recht, zu fragen, welche Geräte verwendet werden, und zu verlangen, dass sie den gesetzlichen Standards entsprechen.

1 Comment

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    Stijn Peeters

    Januar 9, 2026 AT 04:50

    Ich hab das letzte Jahr meine Küche renoviert und dachte, ein Staubsauger reicht. War ein Fehler. Der Staub war überall, selbst in der Waschmaschine. HEPA 13 war die einzige Rettung. Kein Vergleich.
    Keine Fragen. Kein Drama. Einfach machen.

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