Wenn du als Vermieter eine Wohnung vermietest, hängt deine finanzielle Sicherheit von einer einzigen Zahlung ab: der Miete. Doch was passiert, wenn der Mieter plötzlich nicht mehr zahlt? Oder die Wohnung nach Auszug mit beschädigten Wänden, zerbrochenen Fenstern oder kaputten Heizungen zurückgelassen wird? In Deutschland passiert das öfter, als viele denken. Jedes Jahr entstehen durch ausbleibende Mietzahlungen und Mieterschäden Schäden in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Für private Vermieter, die auf diese Einnahmen angewiesen sind - etwa als Altersvorsorge - ist das kein theoretisches Risiko, sondern eine echte Bedrohung.
Was genau deckt eine Mietausfallversicherung ab?
Eine Mietausfallversicherung schützt dich nicht vor jedem möglichen Verlust, aber gegen die zwei größten Risiken, die Vermieter wirklich treffen: ausbleibende Miete und erhebliche Mieterschäden. Sie zahlt nicht, wenn die Wohnung einfach leer steht. Das ist wichtig: Ein Leerstand, weil du keinen neuen Mieter findest, ist nicht versichert. Aber wenn dein Mieter die Miete nicht mehr zahlt - egal ob wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder einfach weil er nicht zahlen will - dann greift die Versicherung. Dasselbe gilt für Schäden, die über die normale Abnutzung hinausgehen: kaputte Fußböden, zerstörte Küchen, beschädigte Sanitäranlagen.Die Versicherung übernimmt dann die Miete für einen bestimmten Zeitraum - meist zwischen drei und sechs Monaten. Einige Anbieter wie die DKB gehen sogar bis zu zwölf Monate. Die Deckungssumme liegt meist bei sechs Monatsmieten oder bis zu 10.000 Euro. Bei der DKB kannst du bis zu 24.000 Euro abdecken. Bei schweren Schäden bietet Get-Service.de zusätzlich einen Vandalismusschutz mit bis zu 30.000 Euro. Das ist kein Standard, aber ein großer Vorteil, wenn du in einer Gegend mit höherem Risiko wohnst.
Wann greift die Versicherung - und wann nicht?
Es ist kein Automat. Du kannst nicht einfach anrufen und das Geld bekommen. Die Versicherer legen strenge Regeln fest. Zuerst musst du den Mietvertrag ordnungsgemäß kündigen - egal ob du oder der Mieter die Kündigung aussprichst. Dann musst du den Mieter schriftlich mehrfach auffordern, die Miete zu zahlen, mit einer Fristsetzung. Wenn er trotzdem nicht zahlt, musst du eine Räumungsklage einreichen. Erst danach kannst du die Versicherung einschalten.Und hier kommt ein weiterer Haken: Du musst zuerst die Mietkaution einsetzen. Die Versicherung zahlt erst, wenn die Kaution aufgebraucht ist. Wenn du 2.000 Euro Kaution hast und der Mieter drei Monate Miete schuldet, dann musst du erst diese 2.000 Euro abziehen. Die Versicherung deckt dann nur noch den Rest, also etwa 1.000 Euro. Das ist bei fast allen Anbietern so. Einige Vermieter ignorieren das und denken, die Kaution ist „extra“. Sie ist es nicht - sie ist der erste Schutz, die Versicherung der zweite.
Wie funktioniert die Absicherung im Praxisalltag?
Du schließt die Versicherung vor dem Einzug des neuen Mieters ab. Das ist entscheidend. Wenn du erst nach dem Einzug abschließt, ist es zu spät. Die meisten Anbieter verlangen eine Bonitätsprüfung des Mieters als Voraussetzung. Das ist oft kostenlos und läuft digital ab. Du gibst Name, Einkommensnachweis, Schufa-Auskunft - und der Anbieter prüft, ob das Risiko zu hoch ist. Wenn der Mieter schlecht bewertet wird, kannst du die Vermietung ablehnen, bevor du in Gefahr gerätst.Die Versicherung läuft meist nur ein Jahr. Das ist ein großer Nachteil. Du kannst sie jedes Jahr erneuern, aber nur, wenn du einen neuen Mieter hast. Wenn dein Mieter länger bleibt, läuft der Schutz aus. Du musst also bei jeder Neuvermietung neu abschließen. Das ist umständlich, aber notwendig. Einige Anbieter wie Vermietsicher.de bieten individuelle Tarife an, die sich an deine Immobilie anpassen - etwa bei Mehrfamilienhäusern oder teuren Wohnungen in München oder Berlin.
Vergleich der wichtigsten Anbieter
| Anbieter | Max. Mietabsicherung | Vandalismusschutz | Bonitätsprüfung | Laufzeit |
|---|---|---|---|---|
| HUK | 6 Monate Miete | Nein | Ja, kostenlos | 12 Monate |
| DKB | 12 Monate Miete (max. 24.000 €) | Nein | Ja, kostenlos | 12 Monate |
| Get-Service.de | 6 Monate Miete | Ja, bis 30.000 € | Ja, kostenlos | 12 Monate |
| R+V | 6 Monate Miete | Nein | Ja, kostenlos | 12 Monate |
| Vermietsicher.de | Individuell anpassbar | Optional | Ja, kostenlos | 12 Monate |
Die DKB bietet mit 12 Monaten die längste Absicherung - ideal, wenn du in einer Region mit hohen Mieten lebst und das Risiko eines langen Leerstands fürchtest. Get-Service.de ist die einzige Option, die extra Vandalismusschutz anbietet. Das lohnt sich, wenn du in einer Gegend mit höherer Kriminalität oder bei Studentenwohnungen versicherst. HUK, R+V und andere bieten klare Standardpakete, die für die meisten Vermieter ausreichen. Wichtig: Alle nennen die Bonitätsprüfung als kostenlosen Service. Das ist ein echter Mehrwert. Du sparst dir die Zeit und Kosten einer eigenen Schufa-Anfrage.
Was kostet die Versicherung?
Die Prämie liegt zwischen 1 und 3 Prozent der jährlichen Kaltmiete. Für eine Wohnung mit 800 Euro Miete bedeutet das 96 bis 288 Euro pro Jahr. Das klingt viel, aber im Vergleich zu einem einzigen Mietausfall von drei Monaten (2.400 Euro) ist es eine kleine Investition. Und: Du kannst die Kosten als Werbungskosten von deinen Steuern absetzen. Das ist ein klarer Vorteil. Du darfst die Prämie nicht auf deinen Mieter umlegen - das ist gesetzlich verboten. Aber du kannst sie vollständig von deinem Einkommen aus der Vermietung abziehen.Wer braucht sie wirklich?
Nicht jeder Vermieter braucht sie. Wenn du fünf oder mehr Wohnungen besitzt und deine Einnahmen gut verteilt sind, ist das Risiko geringer. Die Versicherung lohnt sich vor allem für private Vermieter mit einer oder zwei Wohnungen. Viele von ihnen nutzen ihre Immobilie als Altersvorsorge. Ein einziger Mietausfall kann ihre monatliche Lebensplanung durcheinanderbringen. Auch bei Neuvermietungen ist sie sinnvoll - denn da ist das Risiko am höchsten: Du kennst den Mieter nicht, du hast keine Erfahrung mit ihm, und die Bonitätsprüfung ist oft unvollständig.Ein weiterer Fall: Wenn du eine Wohnung in einer Großstadt wie Berlin, Frankfurt oder München vermietest, wo die Mieten hoch sind und die Kaltmieten oft 1.500 Euro übersteigen, ist eine Absicherung fast Pflicht. Ein Ausfall von sechs Monaten macht da 9.000 Euro aus - und das ist mehr als viele Menschen in einem Jahr verdienen.
Was ist nicht versichert?
Es gibt wichtige Lücken, die du kennen musst:- Leerstand: Wenn die Wohnung leer ist, weil du keinen neuen Mieter findest - keine Zahlung.
- Normale Abnutzung: Kratzer, abgeblätterte Farbe, verbrauchte Teppiche - das ist dein Risiko.
- Mietpreisbindung: Wenn du wegen Mietendeckel nicht mehr erhöhen darfst, aber die Kosten steigen - das wird nicht ausgeglichen.
- Verzögerungen im Rechtsverfahren: Wenn die Räumungsklage Monate dauert - die Versicherung zahlt nicht für diese Zeit.
Du musst also immer noch aktiv sein. Die Versicherung ist kein Wundermittel - sie ist ein Sicherheitsnetz. Du musst immer noch rechtzeitig kündigen, Fristen einhalten, Klagen einreichen. Sie hilft dir, aber sie ersetzt nicht deine Verantwortung.
Was tun, wenn es passiert?
Wenn dein Mieter nicht zahlt, handele schnell:- Schicke eine schriftliche Mahnung mit Fristsetzung.
- Setze die Mietkaution ein - aber dokumentiere alles.
- Kündige den Mietvertrag rechtzeitig - schriftlich und per Einschreiben.
- Reiche eine Räumungsklage ein - am besten mit einem Anwalt für Mietrecht.
- Informiere deine Versicherung - und reiche alle Unterlagen ein: Mahnungen, Kündigung, Gerichtsbescheid.
Je schneller du handelst, desto eher zahlt die Versicherung. Viele Vermieter warten zu lange - und verlieren dann den Anspruch. Die Versicherung zahlt nicht für Untätigkeit.
Die Zukunft der Mietausfallversicherung
Die Nachfrage steigt. In Deutschland gibt es über 17,9 Millionen Mietwohnungen und fast 3,7 Millionen private Vermieter. Die Mieten steigen weiter - im Jahr 2025 lag der Durchschnitt bei 2,9 Prozent Zuwachs. Gleichzeitig werden gesetzliche Regelungen strenger: Mietpreisbremsen, Kappungsgrenzen, Mietendeckel. Das macht es für Vermieter schwerer, auf Mietausfälle zu reagieren. Die Versicherung wird daher immer wichtiger.Ein neuer Trend: Einige Anbieter wie Vermietsicher.de pflanzen pro abgeschlossener Police einen Baum. Das ist zwar kein finanzieller Vorteil, aber es zeigt, dass der Markt sich verändert. Vermieter wollen nicht nur Sicherheit - sie wollen auch Verantwortung. Die Digitalisierung hilft: Anträge laufen jetzt vollständig online, Bonitätsprüfungen dauern nur noch Stunden. Die Zukunft ist klar: schneller, individueller, digitaler.
Kann ich die Mietausfallversicherung auf meinen Mieter umlegen?
Nein, das ist gesetzlich verboten. Die Prämie für die Mietausfallversicherung ist eine Betriebsausgabe des Vermieters und darf nicht als Nebenkosten auf den Mieter abgewälzt werden. Du kannst die Kosten aber als Werbungskosten von deinen Steuern absetzen - das ist ein direkter finanzieller Vorteil.
Wird die Versicherung auch bei Arbeitslosigkeit des Mieters ausgezahlt?
Ja, das ist der Hauptzweck der Versicherung. Ob der Mieter aus Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung oder einfach aus Zahlungsunwilligkeit nicht zahlt - die Versicherung zahlt, solange die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Du musst die Kündigung, die Mahnung und die Fristsetzung nachweisen. Die Ursache ist irrelevant.
Wie lange dauert es, bis die Versicherung zahlt?
Nach vollständiger Einreichung aller Unterlagen - Kündigung, Mahnung, Gerichtsbescheid, Nachweis der Kaution - dauert es in der Regel 4 bis 6 Wochen. Einige Anbieter mit digitaler Abwicklung zahlen schneller - manchmal schon nach 14 Tagen. Wichtig: Du musst alle Dokumente vollständig und korrekt vorlegen. Fehlende Unterlagen verzögern die Zahlung.
Muss ich die Versicherung jedes Jahr neu abschließen?
Ja, die Versicherung läuft in der Regel nur ein Jahr und ist an den aktuellen Mietvertrag gebunden. Wenn dein Mieter bleibt, endet der Schutz nach 12 Monaten. Du musst sie bei jeder Neuvermietung erneuern. Einige Anbieter bieten automatische Verlängerungen an - aber nur, wenn du einen neuen Mieter einziehen lässt.
Ist eine Mietausfallversicherung sinnvoll, wenn ich eine Eigentumswohnung vermiete?
Ja, absolut. Ob du ein Einfamilienhaus, eine Wohnung oder eine Eigentumswohnung vermietest - das Risiko ist das gleiche. Die Versicherung schützt deine Einnahmen, unabhängig von der Art der Immobilie. Viele Eigentümer von Eigentumswohnungen sind sogar noch stärker auf die Miete angewiesen, da sie oft keine andere Einkommensquelle haben.