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Küchengeräte energieeffizient wählen: So lesen Sie das neue Energielabel und sparen Strom


Küchengeräte energieeffizient wählen: So lesen Sie das neue Energielabel und sparen Strom
Mär, 12 2026

Beim Kauf neuer Küchengeräte ist das Energielabel nicht nur ein kleines Etikett an der Vorderseite - es ist dein wichtigster Entscheidungshelfer, wenn es um Stromkosten und Umwelt geht. Doch seit 2021 ist alles anders. Das alte System mit A+++, A++ und A+ gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es nur noch A bis G - und das hat Folgen. Ein Kühlschrank, der vor fünf Jahren noch mit A+++ glänzte, könnte heute nur noch D bekommen. Das bedeutet nicht, dass er schlechter geworden ist. Es bedeutet: Die Regeln wurden viel strenger. Und wer das nicht versteht, kauft vielleicht ein Gerät, das auf dem Papier gut aussieht, aber im Alltag teurer ist als erwartet.

Das neue Energielabel: Was steht wirklich drauf?

Seit März 2021 gilt in der EU ein neues, vereinfachtes Energielabel für Küchengeräte. Es gibt nur noch acht Klassen: A (dunkelgrün), B, C, D, E, F, G (rot). Keine Pluszeichen mehr. Kein Durcheinander. Und keine Verwechslung mehr mit alten Modellen. Die Farben bleiben: Grün für sparsam, Rot für verschwenderisch. Aber jetzt ist Klasse A wirklich das Beste - nicht wie früher, wo fast alle Geräte A+++ hatten und die Klasse A fast nicht mehr zu finden war.

Ein wichtiges Detail: Jedes neue Label hat einen QR-Code. Mit deinem Smartphone gescannt, führt er dich direkt zur offiziellen EU-Produktdatenbank. Dort siehst du nicht nur die Energieklasse, sondern auch genaue Werte: Wie viel Strom verbraucht der Kühlschrank wirklich pro Jahr? Wie laut ist die Dunstabzugshaube? Wie viel Wasser verbraucht der Geschirrspüler? Das ist nicht Werbung. Das ist echte, prüfbarer Verbrauch. Und das ist der Unterschied zu alten Labels, die oft nur grobe Schätzungen zeigten.

Welche Geräte haben schon das neue Label?

Nicht alle Küchengeräte wurden gleichzeitig umgestellt. Hier ist die aktuelle Lage im März 2026:

  • Neu mit A-G-Label (seit März 2021): Kühlschränke, Gefrierschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen, Waschtrockner, Weinlagergeräte
  • Neu mit A-G-Label (seit September 2021): LED-Lampen und Leuchten
  • Neu mit A-G-Label (seit Juli 2025): Wäschetrockner
  • Noch mit altem A+++ bis D-Label: Elektro- und Gasbacköfen, Dunstabzugshauben, Klimageräte

Das bedeutet: Wenn du einen neuen Backofen kaufst, siehst du noch das alte System. Wenn du aber eine neue Waschmaschine suchst, musst du dich auf A-G einstellen. Und das ist kein Zufall. Die EU hat gezielt nach und nach die Geräte umgestellt, die am meisten Strom verbrauchen - und das ist bei Kühlschränken und Waschmaschinen der Fall. Die anderen kommen nach.

Was du wirklich beachten musst: Verbotene Klassen

Es reicht nicht, nur auf die Klasse zu schauen. Es gibt auch Verbote. Seit März 2024 dürfen Hersteller in der EU keine neuen Geräte der Klasse F mehr verkaufen - wenn es um Kühlschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Waschtrockner geht. Das bedeutet: Auf dem Markt gibt es nur noch A, B, C, D und E für diese Geräte. Klasse F ist raus. Und das ist kein Auslaufmodell - das ist ein gesetzliches Verbot.

Was bedeutet das für dich? Wenn du einen neuen Kühlschrank kaufst und er hat die Klasse E, dann ist das schon ziemlich gut. Die beste Klasse A ist selten, aber möglich. Klasse B oder C ist normal. Klasse D ist noch akzeptabel - aber du solltest prüfen, ob es wirklich der günstigste Preis ist, oder ob du mit einem besseren Modell langfristig mehr sparst.

Und was ist mit Klasse G? Die ist seit 2021 komplett verboten. Kein Händler darf sie mehr verkaufen. Wenn du sie trotzdem findest - sei vorsichtig. Entweder ist es ein altes Lagermodell (was nicht erlaubt ist), oder es ist kein echtes EU-Gerät.

Person scannt QR-Code an Waschmaschine, die Energieverbrauchsdaten in der Luft als transparente Info-Anzeige zeigt.

Warum dein altes A+++-Gerät nicht besser ist als ein neues D

Dieser Punkt ist der häufigste Fehler beim Kauf. Viele Leute denken: „A+++ war doch das Beste - also ist ein altes Gerät mit A+++ besser als ein neues mit D.“ Das ist falsch. Und zwar deshalb: Die neuen Kriterien sind um ein Vielfaches strenger. Ein Kühlschrank, der vor 2021 A+++ hatte, würde heute mit D oder sogar E bewertet werden. Nicht, weil er schlechter geworden ist. Sondern weil die EU jetzt verlangt, dass ein Gerät nur 30 % des Stroms verbraucht, das ein altes A+++-Modell gebraucht hat.

Ein konkretes Beispiel: Ein Kühlschrank aus 2018 mit A+++ verbraucht etwa 180 kWh pro Jahr. Ein neuer Kühlschrank mit Klasse D verbraucht heute nur noch 120 kWh - also 33 % weniger. Und das ist kein Ausreißer. Das ist Standard. Der neue D-Kühlschrank ist also effizienter als der alte A+++ - nur weil die Messung heute anders ist.

Das alte Label war wie ein Prüfungszeugnis, das alle Schüler mit 1,0 bewertet hat. Das neue Label ist wie eine echte Prüfung - und nur die Besten bekommen jetzt eine 1,0.

Reparierbarkeit und Lebensdauer: Das, was du nicht siehst

Ein energieeffizientes Gerät ist nicht nur sparsam - es soll auch langlebig sein. Seit 2021 gelten neue Ökodesign-Regeln. Hersteller müssen jetzt Ersatzteile bereitstellen. Und zwar für mindestens zehn Jahre. Das betrifft Motoren, Dichtungen, Sensoren, Steuerungen - alles, was kaputtgehen kann. Und sie müssen es so bauen, dass du es mit normalen Werkzeugen reparieren kannst. Kein Spezialwerkzeug mehr nötig. Kein Händler, der sagt: „Wir können das nicht reparieren - kaufen Sie neu.“

Das ist ein großer Vorteil. Ein Gerät mit Klasse B, das du 15 Jahre lang reparieren kannst, ist besser als ein Gerät mit Klasse A, das nach fünf Jahren nicht mehr zu reparieren ist. Denn die meisten Geräte werden nicht wegen Stromverbrauch, sondern wegen kaputter Teile ersetzt. Und wenn du ein Gerät kaufst, das du nicht reparieren kannst, zahlt du doppelt: Einmal beim Kauf, ein zweites Mal, wenn es kaputtgeht.

Zeitlinie vom alten A+++-Label zum neuen A-G-Label mit Baum der Reparierbarkeit und zukünftigen Verboten.

Was du beim Kauf wirklich tun solltest

Wenn du ein neues Küchengerät kaufst, folge diesen fünf Schritten:

  1. Prüfe das Label - und schau, ob es A-G ist. Wenn es A+++ hat, ist es ein altes Modell. Vergleiche nur mit anderen Geräten, die das gleiche Label haben.
  2. Scanne den QR-Code - du bekommst genaue Verbrauchswerte pro Jahr. Rechne nach: Wie viel kostet das pro Monat? Ein Kühlschrank mit 120 kWh/Jahr kostet etwa 36 Euro im Jahr (bei 30 Cent/kWh). Ein Modell mit 200 kWh kostet 60 Euro. Das sind 24 Euro mehr - pro Jahr.
  3. Prüfe die Reparierbarkeit - Suche nach „Ersatzteile verfügbar“ oder „reparierbar mit handelsüblichem Werkzeug“. Hersteller wie Bosch, Siemens und Miele geben das oft in den Produktdetails an.
  4. Vermeide Klassen D und schlechter - wenn du eine Waschmaschine kaufst, ist Klasse D das Letzte, was du noch akzeptieren solltest. Besser ist C oder B.
  5. Rechne die Lebensdauer ein - Ein Gerät mit Klasse B, das 15 Jahre hält, spart mehr als ein Gerät mit Klasse A, das nach 8 Jahren kaputtgeht. Langlebigkeit ist Teil der Effizienz.

Was du nicht tun solltest

  • Nicht vergleichen: Ein altes A+++-Gerät mit einem neuen D-Gerät. Die Systeme sind nicht kompatibel.
  • Nicht auf Preis allein vertrauen: Ein billiger Kühlschrank mit Klasse D kann in 10 Jahren 300 Euro mehr an Stromkosten verursachen als ein teurerer mit Klasse B.
  • Nicht auf Werbeversprechen vertrauen: „Energieeffizient“ ist kein Label. Nur das offizielle Energielabel zählt.
  • Nicht auf Rabatte fallen: Ein Gerät mit Klasse F ist verboten. Wenn es günstig ist - es ist illegal. Kaufe es nicht.

Was kommt als Nächstes?

Die EU hat klare Ziele: Bis 2030 soll jedes Küchengerät mit dem neuen A-G-Label gekennzeichnet sein. Das bedeutet: Bald auch Backöfen und Dunstabzugshauben. Und dann wird es noch strenger. Die Klasse E könnte schon 2027 verboten werden. Dann gibt es nur noch A-D. Und danach? Wahrscheinlich nur noch A-C. Die Technik entwickelt sich. Und du solltest dich darauf einstellen.

Ein Gerät, das heute noch als „gut“ gilt, könnte in drei Jahren als „schlecht“ gelten. Deshalb: Kaufe nicht das billigste. Kaufe das, das langfristig am wenigsten kostet - und am meisten hält.

Ist ein Gerät mit Klasse D wirklich noch energieeffizient?

Ja - aber nur, wenn du es mit dem alten System vergleichst. Ein Gerät mit Klasse D heute verbraucht oft weniger Strom als ein altes A+++-Modell aus dem Jahr 2015. Die neuen Klassen sind viel strenger. Klasse D ist heute das untere Ende des akzeptablen Bereichs. Für Waschmaschinen und Kühlschränke solltest du mindestens Klasse C wählen. D ist nur sinnvoll, wenn du wirklich keinen höheren Preis bezahlen willst - aber du musst dann mit höheren Stromkosten rechnen.

Warum gibt es keine A++++ mehr?

Weil das alte System missbraucht wurde. Alle Hersteller gaben ihren Geräten A+++, A++, A+ - bis keine Klasse mehr übrig war. Die EU hat deshalb komplett neu gestartet. Klasse A ist jetzt das Maximum - und es ist schwer zu erreichen. So wird sichergestellt, dass das Label noch 10-15 Jahre lang gültig bleibt. Kein neues Pluszeichen mehr. Kein Durcheinander. Nur noch A bis G - und A ist wirklich das Beste.

Kann ich mein altes A+++-Gerät gegen ein neues D-Gerät tauschen?

Ja - und du sparst Geld. Ein neues D-Gerät verbraucht oft 30-40 % weniger Strom als ein altes A+++-Modell. Du zahlt zwar mehr beim Kauf, aber in 3-5 Jahren hast du die Differenz durch niedrigere Stromrechnungen wieder reingeholt. Außerdem ist das neue Gerät wahrscheinlich besser ausgestattet: leiser, smarter, reparierbar.

Was ist mit Geräten mit altem Label im Laden?

Das ist erlaubt - solange sie vor der Umstellung in Verkehr gebracht wurden. Aber du solltest sie nur kaufen, wenn du sie sofort brauchst. Denn sie sind nicht mit neuen Geräten vergleichbar. Ein altes A+++-Geschirrspüler verbraucht mehr Strom als ein neues B-Modell. Und du verlierst die Vorteile der neuen Reparierbarkeitsregeln. Besser: Warte, bis das neue Label kommt - oder kaufe ein Gerät mit neuem Label, auch wenn es teurer ist.

Wo finde ich die genauen Verbrauchswerte?

Auf dem Energielabel steht nur die Klasse. Die genauen Werte (kWh/Jahr, Liter/Waschgang, dB) findest du im QR-Code. Scanne ihn mit deinem Smartphone - du landest auf der offiziellen EU-Produktdatenbank. Dort kannst du alle Modelle vergleichen. Oder du suchst nach „Energieverbrauch [Gerätename]“ in der Suchmaschine - oft finden sich die Daten auch auf den Herstellerseiten.